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Ja, nun sind wir angekommen mitten im Wahlsommer 2019.

Erstellt von Pfarrerin Brigitte Lammert | |   Andacht

Erst ging es etwas müde los, aber nun liegt der erste Wahltag schon hinter uns. Haben wir die und den Richtigen gewählt? Den Kandidaten und die Partei, die unsere Zukunft lebensfähig macht? Oder waren die momentanen Stimmungen und Unsicherheiten wahlbestimmend?

Während ich diese Andacht schreibe (am 7. Mai), ist noch alles offen. Aber ich mache mir schon Gedanken um unsere Zukunft und vor allem auch um unseren Umgang miteinander. All die Streitkultur, das Diskutieren, Runde-Tische-Bilden und die Montagsgebete, mit denen wir die Friedliche Revolution errungen haben (vor genau 30 Jahren), scheinen vergessen zu sein. Stattdessen sieht jeder darauf, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und seine Ziele durchzusetzen. Und dies wird auch im Umgang miteinander unangenehm sichtbar.

Auch beim Autofahren habe ich das Gefühl, die Rücksicht aufeinander nimmt ab und stattdessen plustern sich alle schon beim geringsten Problem mächtig auf. Unmut mal herunterzuschlucken, geschieht immer seltener, dafür gibt es überall lautes Meckern. Wie von Gottes Hand geschickt, kommen da die Monatssprüche für den Juni und den Juli zu unserer aktuellen Situation und unserem mangelnden Miteinander über uns.

Im Monatsspruch für den Juni lesen wir: „Freundliche Reden sind wie Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder“ (Spr 16,24). Und der Juli – Monatsspruch schließt mit den Worten an: „Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ (Jak 1,19). Stellen Sie sich mal vor, wir alle, alle Leserinnen und Leser dieses Gemeindeblattes im ganzen Bereich Ebersbach, Neugersdorf, Eibau-Walddorf und Schönbach-Dürrhennersdorf, würden diese beiden Monatssprüche für die geltenden beiden Monate wirklich immer beherzigen. Und weil wir uns dann dran gewöhnt haben, vielleicht noch länger. Das würde in der Oberlausitz doch bestimmt auffallen, oder?

Dann könnte von der Oberlausitz doch ein Ruck in die Welt ausgehen. Oder?

Einen gelassenen und freundlichen Sommer wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Brigitte Lammert

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