"In ihm leben, weben und sind wir …" - Kirchspielgründungsgottesdienst am 1.1.2021

Wir hätten ihn lieber viel größer gefeiert, den Gottesdienst am 1.1.2021!

Der Anlass war ja ein großer und wichtiger: der Zusammenschluss unserer neun Kirchgemeinden zum Kirchspiel Oberes Spreetal. Die gegenwärtigen Einschränkungen haben es jedoch nicht erlaubt, mit vielen Leuten zusammenzukommen, und so waren am 1. Januar in der Ebersbacher Kirche nur wenige Kirchvorsteher*innen aus den einzelnen Orten anwesend. Und dennoch: es war ein bunter und schöner Gottesdienst – und ein Gottesdienst mit vielen Beteiligten, denn jede unserer Gemeinden hatte die Gestaltung eines Gottesdienstteils übernommen – von den Lesungen und Gebeten bis hin zur Musik. Dabei zeigten zum Beispiel die musikalischen Grüße aus Lawalde und Neugersdorf – auf Harfe und Akkordeon – welche Schätze es in unseren Gemeinden gibt.

In ihrer Predigt ging Pfarrerin Brigitte Lammert ein auf das Motto des Kirchspiels „In ihm leben, weben und sind wir“ und dabei besonders auf das Bild des Webens. Sie stellte heraus, dass beim Weben etwas Neues entsteht, etwas, das es so noch nicht gegeben hat, etwas, das schön und kostbar ist. Weben verlangt uns andererseits viel ab. Weben heißt: geduldig und genau sein, nach verlorenen Fäden angeln, schauen, dass alle Fäden noch zusammenhalten. Weben bedeutet: aufpassen, dass die Ränder nach außen nicht zu scharf abgeschnitten werden, aber auch nicht zu sehr ausfransen, dass wir uns nicht verknoten oder in den Aufgaben und Regelungen verhedern und verfitzen … All das werden wir beachten müssen bei der Gestaltung unseres Kirchspiels, das ja nun offiziell gegründet, aber damit noch längst nicht fertig ist. Die diesjährige Jahreslosung mit ihrem Aufruf zur Barmherzigkeit kann uns dabei – so Brigitte Lammert – eine gute Richtschnur sein. „… Zuwendung, Liebe, Großzügigkeit, Geduld und Offenheit könnte uns gut tun, wenn wir weben und leben und die Fäden unserer Kirchgemeinden zu einem gemeinsamen Webstück zusammenziehen.“

Und ein Webstück ist während des Gottesdienstes tatsächlich entstanden! Verschiedenfarbige Kordeln, die die Vertreter und Vertreterinnen der einzelnen Kirchgemeinden mitgebracht hatten, wurden im Altarraum zu einem bunten Kreuz – dem Logo unseres Kirchspiels – verwoben und machten damit auch manche Gedanken der Predigt noch einmal anschaulich.

Am Ende des Gottesdienstes gab uns Superintendentin Antje Pech Gottes Segen sowie ein Kooperationsspiel mit auf den Weg, der nun vor uns liegt – ein Weg, für den uns dieser Gottesdienst Mut gemacht hat.

Bleibt zu hoffen, dass es bald Gelegenheit gibt, in großer Runde zusammenzukommen und die gemeinsame Feier nachzuholen!

Constance Šimonovská, 05.01.2021